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Des Fürchtens zweiter Streich, oder: Ein Mädchen namens Alma

23. Juni 2011
F.E.A.R. 2: Project Origin

Hach, F.E.A.R., das waren noch >>Zeiten<<! Da hat man ewig gleiche drei bis vier Gegnertypen bekämpft und sich an der KI die Zähne ausbeißen können. Das Leveldesign war auch nur mau – ewige Korridore und Bürokomplexe wechseln einander in grauer Tristesse ab, und trotzdem hab ich's gerne gespielt. Die Story, hach die Story, der Soundtrack und die ewig präsente Alma hatten's mir angetan. Die Atmosphäre war traumhaft gruselig und trostlos. Kurz: Ein Genre-Meisterwerk!
Und dann kam F.E.A.R. 2: Project Origin. Peppt die Grafik auf, hat zwar noch immer mit der grauen Tristesse von Bürohäusern zu kämpfen aber versenkt diese geschickt in einen apokalyptischen Zustand der Rot- und Brauntöne. Lässt den Spieler mit Busgroßen Mechs durch die Gegend stapfen und kurzfristig Allmachtsgefühle entstehen. Und schreckt einen immer wieder mit Alma, die – um’s mit den Worten einer Nebenfigur zu sagen – einen umgarnt und zum “fressen” gerne hat. Hach, die gute Alma. Trotz dem de facto Tod lange vor den Ereignissen des grandiosen ersten Teils beehrt die untote Dame den Spieler immer und immer und immer wieder – und macht dabei sogar eine ansehnliche Figur für ‘ne Leiche. Aber gut, sie ist halt “hungrig”… Nostalgisch verklärt gesehen war der erste Teil besser – realistisch beurteilt ist der zweite eine tatsächliche Verbesserung der patenten Formel. Die Grafik sieht besser aus, die KI agiert nach wie vor relativ schlau – sucht und baut Deckung, und die Schockmomente – wenn auch etwas zu dicht gesät, als dass sie alle schockierend wären – optisch gut inszeniert. Und hach, der Gore-Faktor wurde im Vergleich zum ersten Teil beinahe ins Lächerliche überzogen. Gore-someness sozusagen.
Kurz: Für Fans des ersten Teils blutig-spaßiges Süßzeug. Leute, die den ersten Teil nicht gespielt haben sollten den aber vor Teil 2 nachholen. Ansonsten entsteht gröbere Verwirrung wegen Namedropping und Fortführung eines Meta-Plots aus dem ersten Teil. Klar könnte man sich dieses Wissen auch über YouTube, ingame Akten und Wikipedia anlesen, aber Teil 1 ist es wert gespielt zu werden und… nun, Videospielgeschichte. Also husch, spielen!

Dahingegen nicht wirklich brauchbar – bzw. nur für absolute Hardcorefans und auch da nur als Gratisdraufgabe – ist der DLC von F.E.A.R. 2. Reborn schlägt zwar eine Brücke zwischen Teil 1 und Teil 3, ist aber derbst kurz – ich habe zum durchspielen ca. 1,5 Std. maximal benötigt – und auch nicht besonders fordernd. Kurz: Für 7,99€ @Steam gibt’s keine Empfehlung. Wenn man ihn gratis als Dreingabe zum Hauptprogramm bekommt, kann man ihn dann doch spielen.

Summa summarum: F.E.A.R. 2: Project Origin war eine würdige Fortsetzung zum Erstling und macht große Lust auf den dritten Teil, der bereits im Handel erhältlich ist.

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